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feb 16, 2025
Photovoltaik im Winter und auf Ost-West- oder Norddach: Was dein Dach leisten kann
Liefert eine Solaranlage im Winter genug Strom, und lohnt sich ein Ost-West- oder Norddach? Zahlen aus Rheinland-Pfalz und was dein Dach wirklich leisten kann.

Die Sonne steht im Winter tief, und dein Dach zeigt vielleicht nicht nach Süden. Lohnt sich Photovoltaik trotzdem? Die ehrliche Antwort: Ja, in sehr vielen Fällen. Entscheidend ist, dass Anlage, Speicher und Verbrauch zu deinem Zuhause passen.
Das Wichtigste in Kürze
Den Großteil seines Jahresertrags erzeugt eine Anlage zwischen Frühjahr und Herbst. Im Winter liefert sie weniger, aber nicht nichts.
Ein Ost-West-Dach bringt laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rund 10 bis 20 % weniger Ertrag als ein Süddach, verteilt ihn aber besser über den Tag.
Die ideale Neigung liegt bei etwa 30 Grad. Abweichungen kosten weniger, als viele denken.
Auch Norddächer können sinnvoll sein. Wie viel sie bringen, hängt stark von der Neigung ab.
Was eine Solaranlage im Winter leistet
Eine Ertragsstudie des Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier zeigt den typischen Verlauf in unserer Region. Von Mai bis August lieferten die Anlagen je Kilowatt Leistung rund 140 kWh im Monat, im September knapp 120 kWh. Von Oktober bis Dezember sank der Wert von etwa 55 auf rund 30 kWh.
Für eine Anlage mit 10 kWp heißt das: im Sommer rund 1.400 kWh im Monat, im Dezember etwa 300 kWh. Der Winterstrom deckt also einen Teil deines Bedarfs, den Rest ergänzt das Netz.
Drei Dinge helfen deiner Anlage in der kalten Jahreszeit:
Kälte steigert den Wirkungsgrad. Solarmodule arbeiten bei niedrigen Temperaturen effizienter als an heißen Sommertagen.
Auch diffuses Licht zählt. An bedeckten Tagen erzeugen die Module weiter Strom, nur weniger.
Schnee rutscht meist ab. Auf geneigten Dächern taut eine dünne Schneedecke auf den dunklen Modulen schnell ab.
Winter und Wärmepumpe: so passt es zusammen
Gerade im Winter braucht deine Wärmepumpe am meisten Strom, während die Sonne am wenigsten liefert. Deshalb rechnen wir ehrlich: Die Solaranlage senkt deinen Strombezug übers Jahr deutlich, im Winter bleibt ein Anteil Netzstrom. Ein Stromspeicher verschiebt Sonnenstrom in den Abend, und ein dynamischer Stromtarif hilft, den Netzstrom zu günstigen Stunden zu beziehen. Ein intelligentes Energiemanagement verbindet all das zu deinem Energie-Zuhause.
Ost-West-Dach: weniger Spitze, mehr Alltag
Ein Süddach erzeugt seine Spitze zur Mittagszeit, wenn oft niemand zu Hause ist. Ein Ost-West-Dach liefert morgens und am späten Nachmittag mehr Strom, also dann, wenn du Kaffee kochst, wäschst oder abends heimkommst. Der Jahresertrag liegt laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz etwa 10 bis 20 % unter dem eines Süddachs, bei Südost oder Südwest höchstens 5 bis 10 % darunter.
Ein Vorteil kommt dazu: Du kannst beide Dachseiten belegen. So passen oft mehr Module auf dein Dach, und der höhere Eigenverbrauch gleicht den geringeren Spitzenertrag in vielen Fällen aus. Wie viel Leistung auf dein Dach passt, zeigt der Ratgeber Wie viel kWp passen auf mein Dach?.
Neigung und Verschattung
Neigung: Am meisten Ertrag bringt eine Neigung um 30 Grad. Unter 25 oder über 50 Grad sind es laut Verbraucherzentrale bis zu 10 % weniger. An einer senkrechten Fassade können es bis zu 50 % weniger sein.
Verschattung: Bäume, Gauben oder Schornsteine kosten typischerweise 3 bis 10 % Ertrag. Mit passender Planung der Modulstränge und moderner Wechselrichtertechnik lassen sich Verluste begrenzen.
Und ein Norddach?
Ein Norddach erhält weniger direkte Sonne. Wie groß der Unterschied ist, hängt vor allem von der Neigung ab: Je flacher das Dach, desto kleiner der Abstand zu anderen Ausrichtungen. Ein steiles Norddach lohnt sich selten allein, ein flach geneigtes kann als Ergänzung zu einer Ost-, West- oder Südseite sinnvoll sein. Wir rechnen das für dein Dach konkret durch, statt pauschale Versprechen zu machen.
Fazit
Ein Süddach ist schön, aber kein Muss. Mit einer guten Planung holt dein Dach das Beste aus jeder Jahreszeit heraus, und mit Speicher, Wärmepumpe und Energiemanagement wird daraus ein Energie-Zuhause, das zu deinem Alltag passt. Mehr zur Anlage selbst findest du auf unserer Seite zur Solaranlage.
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Quellen: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Photovoltaik für Privathaushalte (Stand 04/2025); Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier, Ertragsstudie Photovoltaik 2016.
Wir schauen uns deine Ausgangssituation persönlich an und zeigen dir, was für dein Energie-Zuhause wirklich sinnvoll ist.


